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Lohnt sich die Säule 3a wirklich?

Kurz beantwortet

Für Erwerbstätige mit mittlerem und höherem Einkommen lohnt sich die Säule 3a fast immer: Bei 25 Prozent Grenzsteuersatz bringt die Maximaleinzahlung rund CHF 1'815 Steuerersparnis pro Jahr. Gegen sie sprechen die Bindung bis kurz vor der Pensionierung und die Kapitalbezugssteuer.

Kategorie: Vorsorge·Zuletzt geprüft: ·Autor: Leutrim Miftaraj
Keine Werbung🇨🇭Schweiz-spezifisch📅Stand 2026🔍Quellenbasiert

Die wichtigsten Zahlen

rund CHF 1'815/Jahr
Steuerersparnis bei 25 % Grenzsatz
bis 5 Jahre vor Rentenalter
Bindung
kantonal, reduzierter Satz
Kapitalbezugssteuer
sehr tiefem steuerbarem Einkommen
Lohnt sich kaum bei

Was dafür spricht

Der Steuerabzug wirkt sofort und jedes Jahr neu — über zwanzig Jahre summiert sich das bei 25 Prozent Grenzsteuersatz auf über CHF 36'000 allein an Steuerersparnis, unabhängig von der Anlagerendite. Dazu kommt, dass 3a-Guthaben bis zum Bezug weder Einkommens- noch Vermögenssteuer auslösen und in vielen Kantonen im Konkursfall privilegiert behandelt werden. Für die meisten Erwerbstätigen ist das die renditestärkste Massnahme überhaupt.

Was dagegen spricht

Das Geld ist gebunden: Vorbezug ist nur bei Wohneigentum, Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, definitivem Wegzug aus der Schweiz oder Invalidität möglich. Beim Bezug fällt eine reduzierte, aber reale Kapitalbezugssteuer an, deren Höhe kantonal stark variiert. Und wer das Geld auf einem klassischen 3a-Konto liegen lässt, verliert bei tiefen Zinsen real an Kaufkraft — der Steuervorteil wird dann teilweise von der Inflation aufgezehrt.

Für wen sie sich nicht lohnt

Bei sehr tiefem steuerbarem Einkommen ist der Grenzsteuersatz so klein, dass die Bindung den Vorteil nicht aufwiegt. Wer teure Konsumschulden trägt, tilgt zuerst — 9 Prozent Kreditzins schlagen jeden Steuereffekt. Und wer noch keinen Notgroschen hat, baut diesen zuerst auf, weil 3a-Geld im Notfall nicht verfügbar ist. In diesen drei Fällen ist Warten die bessere Entscheidung.

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Häufige Rückfragen

Konto oder Wertschriften?
Bei einem Anlagehorizont über zehn Jahre spricht sehr viel für eine Wertschriftenlösung mit tiefen Gebühren, weil der Zinseszinseffekt sonst verloren geht. Kurz vor dem Bezug wird schrittweise in Richtung Konto umgeschichtet.
Wie hoch ist die Kapitalbezugssteuer?
Sie wird getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz erhoben und ist kantonal sehr unterschiedlich. Gestaffelte Bezüge über mehrere Jahre senken die Progression deutlich — dafür braucht es mehrere Konten.
Lohnt sie sich auch kurz vor der Pensionierung?
Ja, oft besonders. In den letzten Erwerbsjahren ist der Grenzsteuersatz häufig am höchsten, und die Bindungsdauer ist nur noch kurz — der Steuereffekt fällt dann fast ohne Nachteil an.

Grundlagen und Quellen

  • DBG Art. 33 Abs. 1 lit. e — Abzug Säule 3aAbzugsfähigkeit der Beiträge vom steuerbaren Einkommen
  • DBG Art. 38 — Besteuerung von Kapitalleistungen aus VorsorgeGetrennte Besteuerung zu reduziertem Satz

Redaktionell aufbereitete Information ohne Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge sind Richtwerte für 2026 und können je nach Kanton, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Keine Provisionen, keine bezahlten Platzierungen. Zur Methodik · Fehler melden

LM

Leutrim Miftaraj

Gründer · Innopulse Consulting GmbH

Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.

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