Pay-Yourself-First-Regel
Pay Yourself First heisst: Überweise deine Sparrate per Dauerauftrag am Zahltag zuerst auf ein separates Konto, bevor du irgendetwas ausgibst — so wird Sparen zur Fixkost statt zur Restgrösse. Bei CHF 6'000 netto und 15 % Sparquote sind das CHF 900, die sofort verschwinden.
📐 Die Regel: Sparrate zuerst, Rest zum Leben
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Nettolohn (Beispiel) | CHF 6'000 |
| Sparrate 15 % am Zahltag (Dauerauftrag) | CHF 900 |
| Verbleibt fürs Leben | CHF 5'100 |
| Gespart nach 1 Jahr | CHF 10'800 |
Warum die Regel funktioniert
Der psychologische Kern ist die Umkehrung der Reihenfolge. Wer am Monatsende spart, was übrig bleibt, spart fast nie genug — es bleibt selten etwas übrig, weil sich Ausgaben ausdehnen, um das verfügbare Geld zu füllen. Wer dagegen die Sparrate sofort am Zahltag abbucht, lebt automatisch vom Rest und merkt die Einschränkung kaum, weil das Geld nie sichtbar auf dem Lohnkonto war. Der Dauerauftrag macht Sparen zur Fixkost wie die Miete — nicht verhandelbar und ohne monatliche Willenskraft. Das ist der wirksamste Einzelmechanismus für zuverlässiges Sparen.
Wo die Regel bricht
Wer die Sparrate zu hoch ansetzt und dann bis zum Monatsende ins Minus rutscht oder den Notgroschen anzapft, hat nichts gewonnen — die Rate muss realistisch sein. Besser mit einer tieferen, verlässlichen Quote starten und diese bei jeder Lohnerhöhung anheben, als eine zu hohe zu setzen und zu scheitern. Bei stark schwankendem Einkommen (Selbstständige) funktioniert der fixe Dauerauftrag weniger gut — hier legt man besser einen Prozentsatz jedes Zahlungseingangs zurück. Und: Vor dem Aufbau der Sparquote sollten teure Konsumschulden getilgt sein, deren Zins jede Sparrendite übersteigt.
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Wie hoch soll die Sparrate beim Pay Yourself First sein?
So hoch, dass sie verlässlich funktioniert, ohne dass du bis zum Monatsende ins Minus rutschst. Starte lieber mit 10 % und erhöhe bei jeder Lohnerhöhung, als mit 25 % zu scheitern.
Auf welches Konto soll die Sparrate?
Auf ein separates Konto, getrennt vom Lohnkonto — aus den Augen, aus dem Sinn. Für den Notgroschen ein Sparkonto, für langfristiges Vermögen ein Wertschriftendepot.
Funktioniert das auch bei schwankendem Einkommen?
Ja, aber anders: Statt eines fixen Dauerauftrags legst du einen festen Prozentsatz jedes Zahlungseingangs zurück. So skaliert die Sparrate mit dem Einkommen.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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