Wie plant man unregelmässige Ausgaben?
Unregelmässige Ausgaben werden geplant, indem du alle Jahreskosten auflistest, die Summe durch zwölf teilst und den Betrag monatlich auf ein separates Rückstellungskonto überweist — in Schweizer Haushalten sind das typischerweise CHF 250 bis 500 pro Monat.
Die wichtigsten Zahlen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Steuern (Restbetrag nach Akonto) | CHF 1'200 |
| Zahnarzt, Selbstbehalt Gesundheit | CHF 900 |
| Ferien | CHF 2'500 |
| Autoversicherung, Verkehrsabgabe | CHF 900 |
| Geschenke, Feste, Vereine | CHF 800 |
| Geräteersatz-Reserve | CHF 600 |
| Total pro Jahr / pro Monat | CHF 6'900 / 575 |
Warum ein separates Konto nötig ist
Eine Rückstellung, die auf dem Lohnkonto liegt, ist keine Rückstellung — sie wird ausgegeben, weil sie sichtbar verfügbar ist. Das zweite Konto muss nicht verzinst sein und braucht keine Karte; entscheidend ist nur, dass der Betrag nicht im täglich verfügbaren Saldo erscheint. Sobald die Zahnarztrechnung kommt, wird sie vom Rückstellungskonto bezahlt und niemand muss den Monat umplanen.
Die vollständige Liste erstellen
Am zuverlässigsten funktioniert der Blick in die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate — nicht das Erinnern. Alles, was seltener als monatlich auftrat, kommt auf die Liste: Versicherungsprämien mit Jahreszahlung, Serafe, Vereins- und Mitgliederbeiträge, Ferien, Geschenke, Schulmaterial, Autoservice, Zahnarzt, Brillen, Steuerspitzen. Die meisten Haushalte sind vom Ergebnis überrascht — es ist regelmässig mehr als geschätzt.
Nach dem ersten Jahr anpassen
Im ersten Jahr ist die Schätzung ungenau, das ist normal. Wichtig ist, den tatsächlichen Verbrauch am Jahresende zu prüfen und den monatlichen Betrag anzupassen. Nach zwei Jahren ist die Rückstellung präzise, und Jahresrechnungen lösen keine Budgetkrise mehr aus — das ist der Punkt, an dem sich das Haushaltsbuch für die meisten zum ersten Mal wirklich auszahlt.
Rückstellungen automatisch führen
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- Gehört der Notgroschen auf dasselbe Konto?
- Besser nicht. Die Rückstellung ist für erwartete Kosten und wird planmässig verbraucht, der Notgroschen für unerwartete Ereignisse und soll unangetastet bleiben. Auf einem Konto vermischt, ist am Jahresende nie klar, was noch Reserve ist.
- Was mache ich mit dem Überschuss am Jahresende?
- Übertragen ins nächste Jahr oder gezielt einem Sparziel zuweisen — aber bewusst entscheiden. Wer den Überschuss stillschweigend im Alltag verbraucht, hat die Rückstellung im Folgejahr zu tief angesetzt.
- Funktioniert das auch bei schwankendem Einkommen?
- Ja, sogar besonders gut. Bei unregelmässigem Einkommen wird die Rückstellung prozentual statt fix überwiesen — in guten Monaten mehr, in schwachen weniger, mit einem definierten Mindestbetrag.
Grundlagen und Quellen
- Budgetberatung Schweiz — Budgetrichtlinien — Empfohlene Rückstellungspositionen und Richtbeträge
- SERAFE AG — Jährliche Abgabe für Radio und Fernsehen pro Haushalt
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Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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