Warum ist am Monatsende kein Geld mehr übrig?
In den meisten Haushalten liegt die Ursache nicht bei kleinen Alltagsausgaben, sondern bei vier Punkten: einer Fixkostenquote über 70 Prozent, nicht zurückgestellten Jahresrechnungen, fehlender Steuerrückstellung und Sparen am Monatsende statt am Zahltag.
Die wichtigsten Zahlen
Ursache eins: die Fixkosten sind schon zu hoch
Wenn Miete, Krankenkasse, Versicherungen, Mobilität und Abos zusammen über 70 Prozent des Nettolohns beanspruchen, bleibt strukturell zu wenig übrig — unabhängig vom Verhalten im Alltag. Diese Quote lässt sich in zwanzig Minuten ausrechnen und ist die einzige Zahl, die wirklich diagnostisch ist. Liegt sie über 70 Prozent, sind Sparratschläge zu Kaffee und Take-away irrelevant.
Ursache zwei: die unsichtbaren Jahreskosten
Autoversicherung, Serafe, Steuern, Zahnarzt, Ferien, Vereinsbeiträge, Geschenke und Geräteersatz fallen nicht monatlich an — aber sie fallen an. Zusammen sind das in vielen Haushalten CHF 3'000 bis 6'000 pro Jahr, also CHF 250 bis 500 pro Monat, die im gefühlten Budget schlicht fehlen. Genau deshalb geht die Rechnung im Kopf jeden Monat auf und trotzdem ist das Konto leer.
Ursache drei und vier: Steuern und Reihenfolge
Wer nicht quellenbesteuert ist, bekommt die Steuerrechnung mit einem Jahr Verzögerung — ohne monatliche Rückstellung ist das Budget systematisch um 8 bis 20 Prozent geschönt. Und wer erst am Monatsende spart, spart nie: Ausgaben füllen zuverlässig den verfügbaren Betrag. Beide Punkte sind in einem Nachmittag behoben, mit zwei Daueraufträgen am Zahltag.
Die vier Ursachen prüfen
BudgetHub zeigt dir Fixkostenquote, Jahresrückstellungen und Sparquote auf einen Blick — damit du weisst, welche der vier Ursachen bei dir greift.
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- Wie finde ich heraus, welche der vier Ursachen bei mir greift?
- Rechne zuerst die Fixkostenquote. Liegt sie unter 60 Prozent, sind es fast immer die Jahreskosten oder die Steuern. Liegt sie über 70 Prozent, ist das strukturelle Problem gefunden und alles andere sekundär.
- Bringt es etwas, Bargeldausgaben zu tracken?
- Ja, aber erst im zweiten Schritt. Bargeld ist meist nur 5 bis 10 Prozent des Budgets — es lohnt sich, wenn die grossen Blöcke geklärt sind, nicht davor.
- Was ist der schnellste wirksame Schritt?
- Ein Konto für Fixkosten und Jahresrückstellungen, auf das am Zahltag ein fixer Betrag überwiesen wird. Was auf dem Lohnkonto bleibt, darf ausgegeben werden — ohne Rechnen.
Grundlagen und Quellen
- Budgetberatung Schweiz — Budgetrichtlinien — Empfohlene Rückstellungen für unregelmässige Ausgaben
- Bundesamt für Statistik — Haushaltsbudgeterhebung — Anteil obligatorischer Ausgaben am Haushaltseinkommen
Redaktionell aufbereitete Information ohne Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge sind Richtwerte für 2026 und können je nach Kanton, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Keine Provisionen, keine bezahlten Platzierungen. Zur Methodik · Fehler melden
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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