Vermögens-Meilensteine (1×/3×/6×)
Die Vermögens-Meilenstein-Regel: Mit 30 sollte etwa ein Jahreslohn an Vermögen stehen, mit 40 das Dreifache, mit 50 das Sechsfache und zur Pensionierung das Acht- bis Zehnfache — in der Schweiz zählt dabei das Pensionskassenguthaben ausdrücklich mit.
📐 Die Regel: 30 → 1× · 40 → 3× · 50 → 6× · 65 → 8–10× Jahreslohn
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Jahreslohn CHF 90'000, Alter 40 | Ziel: CHF 270'000 |
| Davon PK-Guthaben (typisch) | CHF 120'000–180'000 |
| Plus 3a (10 J. Maximalbetrag) | ~CHF 85'000 |
| Lücke fürs freie Depot | oft erstaunlich klein |
Warum die Regel funktioniert
Sie gibt dem abstrakten «Bin ich auf Kurs?» eine Zahl pro Lebensjahrzehnt — und die Progression (1, 3, 6, 8–10) bildet den Zinseszins realistisch ab: Die späten Verdopplungen leistet zunehmend das Kapital selbst, nicht die Sparrate. Für die Schweiz ist die wichtigste Anwendung die beruhigende: Wer PK-Ausweis, 3a-Stände und Depot zusammenzählt, liegt oft deutlich besser als gedacht — das obligatorische Vorsorgesparen schafft den 40er-Meilenstein bei durchgehender Erwerbsbiografie fast von allein. Die Regel macht den jährlichen Vorsorge-Check zur Fünf-Minuten-Übung: drei Zahlen addieren, mit dem Meilenstein vergleichen, Kurs justieren.
Wo die Regel bricht
Der Jahreslohn ist eine wacklige Bezugsgrösse: Wer spät Karriere macht, verfehlt die Meilensteine rechnerisch, obwohl die Sparleistung stimmt — massgeblich sind eigentlich die geplanten Ausgaben im Alter (25x-Logik), nicht der aktuelle Lohn. Teilzeit, Kinderbetreuungsjahre und Selbständigkeit reissen PK-Lücken, die die Regel nicht sieht (und die sich per PK-Einkauf und höherer 3a gezielt flicken lassen). Und sie sagt nichts über die Struktur: 6× Jahreslohn komplett im Eigenheim gebunden ist etwas anderes als 6× in liquiden Anlagen. Als Kompass hervorragend, als Urteil über einzelne Lebensläufe ungeeignet.
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Zählt das Eigenheim zum Meilenstein-Vermögen?
Das Netto-Eigenkapital (Wert minus Hypothek) ja — aber getrennt ausweisen: Es zahlt keine Rechnungen. Für die Pensionsplanung zählt am Ende das verzehrbare Vermögen plus Renten.
Ich bin 40 und weit unter 3× — ist es zu spät?
Nein, aber es braucht jetzt Systematik statt Panik: Sparquote auf 20 %+, 3a maximieren, PK-Einkäufe prüfen, Fixkosten sanieren. Zwischen 40 und 65 liegen 25 Zinseszins-Jahre — mehr als genug für eine Aufholjagd.
Woher stammt die Regel?
Populär gemacht durch US-Vermögensverwalter (v. a. Fidelity, mit 1×/3×/6×/8×-Staffel bis 10×). Die Schweizer Anpassung — PK zwingend mitzählen und eher an Ausgaben denken — macht sie hierzulande erst brauchbar.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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