Brutto-Netto-Faustregel
In der Schweiz gehen vom Bruttolohn zuerst die Sozialabzüge (AHV/IV/EO, ALV, Pensionskasse, teils NBU) ab — grob 12–18 % — und man erhält den Nettolohn. Wichtig: Davon sind die Steuern noch NICHT abgezogen (ausser bei Quellensteuer). Das real verfügbare Einkommen ist also nochmals tiefer als der Nettolohn.
📐 Die Regel: Brutto − Sozialabzüge = netto; Steuern kommen separat
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Bruttolohn (Beispiel) | CHF 7'000 |
| − Sozialabzüge (~15 %) | ~CHF 1'050 |
| = Nettolohn | ~CHF 5'950 |
| − Steuer-Rückstellung | = real verfügbar |
Warum die Regel funktioniert
Der Weg vom Bruttolohn zum tatsächlich verfügbaren Geld hat in der Schweiz zwei Stufen, die man kennen muss. Erste Stufe: Vom Bruttolohn werden die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen — AHV/IV/EO, Arbeitslosenversicherung, Pensionskasse (2. Säule) und je nach Situation die Nichtberufsunfallversicherung. Zusammen sind das grob 12–18 % des Bruttolohns (je nach PK-Beitrag und Alter), und man erhält den Nettolohn, der auf dem Lohnausweis steht und aufs Konto kommt. Zweite Stufe, die viele übersehen: Von diesem Nettolohn sind die Steuern noch nicht abgezogen — sie werden separat in Rechnung gestellt (ausser bei Quellensteuer). Das real verfügbare Einkommen ist deshalb der Nettolohn minus der Steuer-Rückstellung. Wer für sein Budget den Nettolohn als voll verfügbar betrachtet, verrechnet sich um die Steuern und gerät in Schwierigkeiten, wenn die Steuerrechnung kommt.
Wo die Regel bricht
Die genaue Höhe der Sozialabzüge variiert: Der Pensionskassenbeitrag steigt mit dem Alter und hängt vom Vorsorgeplan ab, weshalb die Abzüge bei älteren Arbeitnehmern höher sind. Die Steuerlast schwankt stark nach Kanton, Gemeinde, Einkommen, Zivilstand und Abzügen — von wenigen Prozent bis über 25 %. Deshalb sind die genannten Prozentsätze grobe Orientierungen; für die eigene Situation gibt der Lohnausweis die Sozialabzüge und die letzte Steuerrechnung die Steuerlast an. Bei Quellenbesteuerten ist die Steuer bereits im Abzug enthalten, sodass der Nettolohn eher dem verfügbaren Einkommen entspricht. Wichtig ist das Prinzip: In der Schweiz ist der Nettolohn nicht das frei verfügbare Einkommen, solange die Steuern separat anfallen — für ein realistisches Budget muss man die Steuer-Rückstellung mitrechnen (siehe Steuer-Rückstellungs-Regel).
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Was wird vom Bruttolohn abgezogen?
Zuerst die Sozialabzüge: AHV/IV/EO, Arbeitslosenversicherung, Pensionskasse und je nach Situation die Nichtberufsunfallversicherung — zusammen grob 12–18 %. So erhält man den Nettolohn. Die Steuern kommen separat dazu.
Ist der Nettolohn mein verfügbares Einkommen?
Nicht ganz — in der Schweiz sind die Steuern im Nettolohn noch NICHT enthalten (ausser bei Quellensteuer). Das real verfügbare Einkommen ist der Nettolohn minus der Steuer-Rückstellung, die man selbst zurücklegen muss.
Warum sind die Sozialabzüge bei älteren Arbeitnehmern höher?
Vor allem wegen der Pensionskasse: Der PK-Beitrag steigt mit dem Alter, weshalb die gesamten Sozialabzüge bei älteren Arbeitnehmern höher ausfallen als bei jüngeren.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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