20/4/10-Autoregel
Die 20/4/10-Autoregel: Mindestens 20 % anzahlen, höchstens 4 Jahre finanzieren, und alle Autokosten zusammen (Rate, Versicherung, Benzin, Unterhalt) dürfen 10 % des Bruttoeinkommens nicht übersteigen — bei CHF 90'000 Jahreslohn also maximal CHF 750 pro Monat.
📐 Die Regel: 20 % anzahlen · max. 4 Jahre · max. 10 % vom Lohn
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Bruttolohn CHF 7'500/Monat | Autobudget max. CHF 750 |
| Davon Versicherung, Steuer, Parkplatz | ~CHF 250 |
| Benzin/Strom + Unterhalt | ~CHF 200 |
| Bleibt für Rate/Amortisation | ~CHF 300 → Auto ≤ CHF 18'000 |
Warum die Regel funktioniert
Sie zwingt zur Vollkostenrechnung: Nicht die Leasingrate ist das Budget, sondern Rate plus Versicherung, Verkehrssteuer, Parkplatz, Treibstoff, Reifen und Wertverlust. Genau daran scheitern die meisten Autobudgets — CHF 350 Leasing fühlen sich tragbar an, die realen CHF 800–900 Vollkosten sind es oft nicht. Die 4-Jahres-Grenze verhindert zudem die gefährlichste Konstellation: länger Schulden abzahlen, als das Auto zuverlässig fährt, und beim nächsten Kauf noch Restschuld mitzuschleppen.
Wo die Regel bricht
In der Schweiz ist die ehrlichste Version der Regel oft: gar nicht finanzieren. Konsumkredite kosten 4,5–10 %, Leasing bindet mit Kilometerlimiten und Vollkasko-Pflicht — ein bar bezahlter, 3–4 Jahre alter Occasionswagen schlägt fast jede Finanzierungsrechnung. Und die 10 % sind eine Obergrenze, kein Ziel: Wer in einer Öffi-Stadt wohnt, für den sind 0 % plus Klimaticket/GA und gelegentliches Mobility-Carsharing meist die finanziell überlegene Mobilität. Die Regel adelt das Auto nicht — sie begrenzt nur den Schaden.
Auto-Vollkosten gegen Alternativen
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Gilt die Regel auch fürs Leasing?
Sinngemäss ja: Sonderzahlung ~20 %, Laufzeit ≤ 48 Monate, Vollkosten ≤ 10 % vom Brutto. Aber Achtung: Beim Leasing gehört dir am Ende nichts — die ehrliche Vergleichsrechnung läuft über Vollkosten pro Jahr, nicht über die Monatsrate.
Brutto oder netto rechnen?
Die klassische Regel rechnet brutto. Wer konservativer sein will (empfohlen in der Schweiz wegen Steuern, die nicht an der Quelle abgehen), nimmt 10–12 % vom Netto — das Ergebnis ist ähnlich streng.
Was, wenn ich das Auto beruflich brauche?
Dann ist es teilweise Arbeitsmittel: Kilometerentschädigung des Arbeitgebers oder Berufskosten-Abzüge einrechnen. Die Regel gilt für den privat getragenen Anteil — und der ist oft kleiner, als man denkt.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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