Wie viel Notgroschen braucht man mit 30?
Mit 30 gelten drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen — bei CHF 4'200 monatlichen Ausgaben also CHF 12'600 bis 25'200. Entscheidend ist, dass mit den Ausgaben gerechnet wird, nicht mit dem Lohn, sonst wird die Reserve unnötig gross.
Die wichtigsten Zahlen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Monatliche Ausgaben | CHF 4'200 |
| Minimum (3 Monate) | CHF 12'600 |
| Komfortabel (6 Monate) | CHF 25'200 |
| Aufbau bei CHF 500/Monat | 25–50 Monate |
Ausgaben statt Lohn — der entscheidende Unterschied
Wer sechs Monatslöhne zurücklegt statt sechs Monatsausgaben, spart bei einer Sparquote von 20 Prozent rund einen Fünftel zu viel — Geld, das jahrelang unverzinst herumliegt statt zu arbeiten. Im Ernstfall brauchst du genau das, was du ausgibst, nicht das, was du verdienst. Bei Arbeitslosigkeit kommt zudem die Arbeitslosenentschädigung dazu, die je nach Situation 70 bis 80 Prozent des versicherten Verdiensts abdeckt.
Warum mit 30 gerade dieser Betrag
Mit dreissig fallen typischerweise die ersten grossen Unwägbarkeiten zusammen: erste eigene Wohnung ohne elterliches Auffangnetz, allenfalls Kinderplanung, oft ein Autokauf und höhere Selbstbehalte durch eine gewählte hohe Franchise. Gleichzeitig ist die Vorsorge noch dünn, und ein Vorbezug aus der Säule 3a für Notfälle ist nicht möglich. Der Notgroschen ist in dieser Phase die einzige echte Liquiditätsreserve.
Wo die Reserve hingehört — und wo nicht
Der Notgroschen gehört auf ein separates Sparkonto bei einer anderen Bank als das Lohnkonto: verfügbar innerhalb weniger Tage, aber nicht im täglichen Blickfeld. Nicht geeignet sind Aktien und ETF, weil der Notfall statistisch häufig mit fallenden Kursen zusammenfällt, und die Säule 3a, weil sie gebunden ist. Ein Kontokorrentkredit ist kein Notgroschen, sondern eine teure Schuld.
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- Soll ich zuerst den Notgroschen aufbauen oder investieren?
- Zuerst den Notgroschen bis mindestens drei Monatsausgaben. Ohne Reserve führt jede Panne zum Verkauf von Anlagen im ungünstigsten Moment oder zu einem Konsumkredit — beides kostet mehr als die entgangene Rendite.
- Zählt das 3a-Guthaben als Notgroschen?
- Nein. Die Säule 3a ist bis fünf Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter gebunden, Ausnahmen sind nur Wohneigentum, Selbständigkeit und Wegzug. Für einen defekten Boiler kommst du nicht heran.
- Was tun, wenn der Notgroschen aufgebraucht ist?
- Wieder aufbauen hat Vorrang vor allen anderen Sparzielen — inklusive freiwilliger Amortisation und ETF-Sparplan. Der Dauerauftrag geht zurück auf das Sparkonto, bis der Zielbetrag wieder steht.
Grundlagen und Quellen
- SECO — Arbeitslosenentschädigung — Taggeldsätze 70 bzw. 80 Prozent des versicherten Verdiensts
- BSV — Vorbezugsgründe Säule 3a — Abschliessende Liste der zulässigen Vorbezüge
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Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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