Was ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung?
Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst. Sie schliesst die Lücke zwischen den Leistungen von IV und Pensionskasse — die zusammen oft nur 50 bis 60 Prozent des bisherigen Lohnes erreichen.
Die wichtigsten Zahlen
Warum die Lücke oft grösser ist als gedacht
Die IV-Rente ist plafoniert und richtet sich nach Beitragsjahren und Durchschnittseinkommen, nicht nach dem aktuellen Lohn. Die Pensionskasse ergänzt sie, aber die reglementarische Invalidenrente deckt bei vielen Kassen nur den obligatorischen Teil oder einen begrenzten Anteil des Lohnes. Bei hohen Löhnen, Selbständigkeit oder tiefem Pensum kann die Lücke deshalb erheblich sein — und sie trifft genau dann, wenn zusätzlich Gesundheitskosten anfallen.
So berechnest du deine Lücke
Nimm den Vorsorgeausweis deiner Pensionskasse und suche die ausgewiesene Invalidenrente. Addiere eine geschätzte IV-Rente. Vergleiche die Summe mit deinen tatsächlichen Fixkosten — nicht mit dem Lohn. Die Differenz ist der Betrag, den eine Zusatzdeckung schliessen müsste. Diese Rechnung dauert zwanzig Minuten und ist in den meisten Haushalten noch nie gemacht worden.
Worauf beim Abschluss zu achten ist
Auf den Invaliditätsbegriff, die Wartefrist bis zum Leistungsbeginn, die Frage, ob die Rente bis zum Rentenalter läuft, und auf Gesundheitsvorbehalte. Der Abschluss ist umso einfacher, je jünger und gesünder man ist — nach einer Diagnose ist er oft nicht mehr oder nur mit Ausschlüssen möglich. Das macht den Zeitpunkt fast so wichtig wie das Produkt.
Fixkosten als Massstab
BudgetHub zeigt dir deine unverzichtbaren Fixkosten — genau die Zahl, die eine Erwerbsunfähigkeitsrente decken müsste.
BudgetHub kostenlos testen →Häufige Rückfragen
- Reicht nicht die IV?
- Selten. Die IV sichert das Existenzminimum, nicht den gewohnten Lebensstandard — und das Verfahren dauert oft lange, in der Zwischenzeit ist eine Taggeldlösung nötig.
- Was ist mit Krankentaggeld?
- Es überbrückt typischerweise bis zu zwei Jahre und ist damit die Brücke zur IV-Rente. Als Angestellter ist es oft über den Arbeitgeber gedeckt — als Selbständiger meist gar nicht.
- Wer braucht die Deckung am dringendsten?
- Selbständige ohne zweite Säule, Alleinverdienerhaushalte mit Kindern und Personen mit hohem Lohn, bei denen die plafonierten Leistungen prozentual besonders wenig abdecken.
Grundlagen und Quellen
- IVG — Invalidenversicherungsgesetz — Rentenanspruch und Invaliditätsgrade
- BVG Art. 23 ff. — Invalidenleistungen — Obligatorische Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge
Redaktionell aufbereitete Information ohne Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge sind Richtwerte für 2026 und können je nach Kanton, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Keine Provisionen, keine bezahlten Platzierungen. Zur Methodik · Fehler melden
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
Mehr erfahren →