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Verlobungsring-Regel (2 Monatslöhne)

Die Regel in einem Satz

Die «Regel», zwei bis drei Monatslöhne für den Verlobungsring auszugeben, ist keine Finanzweisheit, sondern eine Werbekampagne der Diamantindustrie aus dem 20. Jahrhundert — die ehrliche Regel lautet: Gib aus, was ohne Schulden und ohne Sparziel-Plünderung möglich ist, typischerweise CHF 500–5'000 nach Budget statt nach Formel.

Keine Werbung🇨🇭Schweiz-spezifisch📅Stand 2026🔍Quellenbasiert

📐 Die «Regel»: 2 Monatslöhne? Nein — Budget statt Formel

De-Beers-Werbung (USA, 20. Jh.)
Herkunft
keiner
Finanzieller Gehalt
oft 20–50 % des Kaufpreises
Wiederverkaufswert Diamant
was ohne Kredit geht
Ehrliche Spanne

Rechenbeispiel

PositionWert
«Regel» bei CHF 6'500 LohnCHF 13'000 (!)
Budget-basiert: 2–4 Wochen SparrateCHF 1'000–3'000
Differenz investiert (20 J., 5 %)CHF 26'000+
Alternative: Moissanit/Labordiamant−60 bis −80 % Preis

Warum diese «Regel» in die Liste gehört

Als Warnbeispiel: Nicht alles, was wie eine Faustregel klingt, ist eine. Die Monatslohn-Formel wurde von der Diamantwerbung erfunden (erst ein Monatslohn, später zwei, in manchen Märkten drei) und hat genau ein Ziel — den Preis vom Produkt zu entkoppeln und an dein Einkommen zu koppeln. Finanzielle Logik: null. Der Ring verliert beim Verlassen des Geschäfts einen Grossteil seines Wiederverkaufswerts, und die Ehe wird durch den Karatwert nachweislich nicht stabiler — Studien deuten eher auf das Gegenteil bei schuldenfinanzierten Hochzeitsausgaben. Wer Faustregeln nutzt, sollte ihre Herkunft kennen: Die guten stammen aus Empirie und Vorsicht, die schlechten aus Marketingabteilungen.

Was stattdessen gilt

Die ehrliche Ring-Regel hat drei Teile: Erstens kein Konsumkredit und keine Kreditkarten-Teilzahlung für Schmuck — ein Symbol der gemeinsamen Zukunft schuldenfinanziert zu starten ist die schlechteste Symbolik überhaupt. Zweitens: Budget vor Formel — ein Betrag, der das Hochzeits- und Eigenheim-Sparziel nicht verletzt; für viele sind das CHF 500–3'000, und das ist völlig in Ordnung. Drittens: Wissen, wofür man zahlt — Labordiamanten und Moissanite sind optisch praktisch identisch bei 60–80 % tieferem Preis, Occasion- und Erbstücke schlagen jede Neuware-Rechnung. Das Gespräch über Geld, das dabei entsteht, ist übrigens die beste Ehevorbereitung im ganzen Prozess.

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Häufige Fragen

Was geben Paare wirklich aus?

Die Streuung ist riesig und Umfragen sind vom Ring-Handel geprägt; realistisch liegt die breite Mitte deutlich unter den beworbenen Monatslohn-Formeln. Entscheidend: Der Betrag sagt nichts über die Beziehung — der Umgang mit der Entscheidung schon.

Labordiamant oder Naturdiamant?

Chemisch identisch, optisch ununterscheidbar, 60–80 % günstiger und ohne Minen-Problematik — der Wiederverkaufswert ist bei beiden schlecht, beim Labordiamanten war der Einsatz aber kleiner. Rational spricht fast alles für Labor oder Alternativen.

Gilt dieselbe Skepsis für andere Hochzeitsformeln?

Ja — «Pro-Gast-Richtwerte» und «Prozent-vom-Jahreslohn»-Regeln der Hochzeitsbranche haben dieselbe Anreizstruktur. Budget zuerst festlegen, dann planen; nie umgekehrt.

LM

Leutrim Miftaraj

Gründer · Innopulse Consulting GmbH

Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.

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